Blütenkönigin
Victoria I. (Victoria Koch) ist die erste Blütenkönigin der Ortsgemeinde Kettig
Mit einem festlichen Abend hat die Ortsgemeinde Kettig am 30. April 2026 gemeinsam mit der Verbandsgemeinde Weißenthurm eine neue Tradition ins Leben gerufen: Erstmals wurde eine Kettiger Blütenmajestät gekrönt. Im Rahmen des Kettiger Blütenfestes, organisiert von der Karnevalsgesellschaft „Gemütlichkeit“ 1902 Kettig, wurde damit ein neues Kapitel der örtlichen Festkultur aufgeschlagen. Erste Trägerin des neuen Amtes ist Victoria Koch, die künftig als Victoria I. charmante Botschafterin der heimischen Blütenpracht und regionalen Identität sein wird.
Spannung lag in der Luft, bis auf der Bühne an der Schützenhalle um 19 Uhr endlich das Geheimnis gelüftet wurde. Victoria Koch wurde zur ersten Blütenmajestät ernannt und trägt künftig den Titel Victoria I. Die 17-Jährige war sichtlich bewegt, als ihr die Krone überreicht wurde. „Ich freue mich unglaublich auf die Erfahrungen“, sagte die Schülerin, die 2028 ihr Abitur am Mittelrhein-Gymnasium ablegen wird. Ihre Familie ist dem heimischen Obstanbau schon lange verbunden: Bereits als Kind half die neue Blütenmajestät bei der Kirsch-, Birnen- oder Johannisbeer-Ernte. Um ihre Kenntnisse rund um den Obstanbau zu vertiefen, wird sie einen Tag bei einem Kettiger Landwirt verbringen. „Ich finde es toll, meine Heimat, Kettig und die VG Weißenthurm repräsentieren zu dürfen“, erklärte Victoria, die sich für ihr Amt ein Kleid in zartem Rosa mit einer Blüte an einer Schulter und einer Schleppe ausgesucht hat, „ein bisschen wie eine Prinzessin.“ Der größte Reiz des Amtes sind die vielfältigen Termine und das Kennenlernen vieler Menschen. Mit dem Deutschen KönigInnentag in Staßfurt Mitte Juni erwartet die frisch gebackene Blütenmajestät direkt ein spannendes Highlight. Vorher absolvierte sie bei der Krönung der Mülheim-Kärlicher Kirschblütenkönigin im Rahmen des Gewerbeparkfestes am 3. Mai 2026 ihren ersten offiziellen Auftritt. „Aber ich werde auch zum letzten Heimspiel der aufgestiegenen TuS Kettig gehen, außerdem haben sich schon viele verschiedene Vereine gemeldet, auf diese Vielfalt freue ich mich“, betonte Victoria I., die bei der Karnevalsgesellschaft „Gemütlichkeit“ Kettig aktiv ist und nicht nur selber bei den blauen Funken tanzt, sondern auch Teens trainiert. Außerdem engagiert sich die junge Frau, die oft mit ihrem kleinen und ihrem großen Pudel in der Natur unterwegs ist, in der Kirmesjugend. Mit ihrer offenen, sympathischen Art hat sie bei ihrer Bewerbung direkt überzeugt und ist stolz, jetzt die neue Ära der Blütenmajestät begründen zu dürfen. Bis 2024 waren drei Holunderblütenköniginnen Botschafterinnen für Kettig und die VG Weißenthurm gewesen. Jetzt lebt die Tradition in frischer Form wieder auf. „Mit der Einführung der Blütenmajestät schlagen wir ein neues, identitätsstiftendes Kapitel für Kettig auf, die Obstbaumblüte prägt unsere Landschaft und unser Miteinander und genau dieses besondere Gefühl soll künftig von unserer Blütenmajestät in die Region getragen werden“, sagte Ortsbürgermeister Florian Heyden bei der Krönung.
Holunderkönigin in Kettig und Verbandsgemeinde Weißenthurm bis 2024
Im April 2015 hat die Ortsgemeinde Kettig erstmalig eine Repräsentantin für den erfolgreichen Holunderanbau gekrönt. Andrea I. (Andrea Rünz, Obstbau Inge Rünz, Kettig) freut sich über das Amt und ist stolz, im Zeichen dieser vielfältigen Beere, die Heimat zu vertreten.
Ihre Nachfolgerin Holunderkönigin Selina I. (Selina Schmehl) führte das Amt bis 2022 weiter.
Maria I. vom Landwirtschaftsbetrieb Schmorleitz war die letzte Repräsentantin dieser wunderbaren Beere bis April 2024.

Der einst großflächige und beeindruckende Holunderanbau in Bioqualität in Kettig und Mülheim-Kärlich ist deutlich zurückgegangen, nicht zuletzt aufgrund der Klimaveränderungen und des Einzugs der Frucht-Essig-Fliege, die die Frucht beschädigte.
Die schöne Landschaft zeichnen weiterhin zahlreiche Obstbaumfelder aus, die nicht nur im Frühling zur Blütezeit, sondern das ganze Jahr über recht hübsch anzuschauen sind. Der Obstanbau in der Verbandsgemeinde Weißenthurm, ganz besonders in Mülheim-Kärlich und Kettig ist seit über 150 Jahren ein wichtiger Wirtschaftszweig für die Region. Neben den diversen Steinobstsorten liegt der Fokus auf Süßkirschen und Schattenmorellen. Holunderbäume sind allerdings nun sehr selten vorzufinden - zum Beispiel auf den Feldern der Familie Schmorleitz, die weiterhin zu diesen vielseitigen Frucht hält.
Wissenswertes zu Holunder:
Bereits in der griechischen und römischen Antike wurden die Aufzeichnungen von Heilanwendungen des schwarzen Holunders dokumentiert. Auch Hildegard von Bingen war von der Heilwirkung des Holunders angetan, denn dieser enthält neben den zahlreichen Mineralstoffen und Vitaminen noch wertvolle Aminosäuren, Glykoside und ätherische Öle sowie die bioaktiven Substanzen, die sich positiv auf das gesundheitliche Wohl auswirken.
Für die Verwendung ist der Holundermuttersaft sehr beliebt. Dieser und die Holunderbeeren werden insbesondere gerne für die Zubereitung von Mischsaftgetränken, Marmeladen, Konfitüren und Gelees verarbeitet.
Wichtiger Hinweis: Die Holunderbeeren sollten nie roh verzehrt werden!




Am 10. Juni 2017 wurde im Rahmen des Festes der Holunderblüte in Kettig die erste Holunderprinzessin inthronisiert: Selina I.










